Weihnachten

Weihnachten von Ludwig Tieck Wenn herüber zu meinem GartenDie alten Lieder tönenDer Pfeifer, die aus dem Gebirge kommendJeglich Marienbild mit Weisen grüßen,So dünk‘ ich mich in seltsame, ferneWunderzeiten entrückt,Und alte Legenden, und himmlische Sehnsucht,Zarte Lieb‘ und große ErinnerungQuellen aus den rauen, einfachen Tönen.Tiefer, und innigerSpricht der Frömmigkeit WortDie wunderliche Melodie,Als in den KirchenDer neuen Künstler… Weihnachten weiterlesen

Weihnachtlied

Weihnachtslied von Clemens Brentano Kein Sternchen mehr funkelt,lief nächtlich umdunkeltLag Erde so bang,Rang seufzend mit KlagenNach leuchtenden Tagen,Ach! Harren ist lang. Als plötzlich erschlossen,Vom Glanze durchgossen,Den Himmel sie sieht;Es sangen die Chöre:Gott Preis und Gott Ehre!Erlösung war da. Es sangen die Chöre:Den Höhen sei Ehre,Dem Vater sei Preis,Und Frieden hienieden,Ja Frieden, ja Frieden,Dem ganzen Erdkreis.… Weihnachtlied weiterlesen

Weihnacht

Weihnacht von Clemens Brentano Eine Rose hat geblühetAlso süß, geheimnisreich,Daß selbst Gott für sie erglühet,Und geworden Menschen gleich. Keuschheit, Innigkeit und DemutSchmückten sie mit Farb und Duft,Daß ihr Reiz mit frommer WehmutBis zum Throne Gottes ruft. Also hat ihr Duft gezogen,Daß den Stärksten sie bezwang,Daß ihr an das Herz geflogenIst der Held, um den sie… Weihnacht weiterlesen

Wiegenlied

Wiegenlied von Clemens von Brentano Hier unterm Turmehier wehet kein Wind,hier betet die Mutterund wieget ihr Kind,und hat von der Wiegezur Krippe ein Bandvon Glaube und Hoffnungund Liebe gespannt. Weit über die Meeredie Sehnsucht sie spinnt,dort sitzet Mariaund wieget ihr Kind,die Engel, die Hirten,drei König und Sternund Öchslein und Esleinerkennen den Herrn. Wohl über dem… Wiegenlied weiterlesen

Wer ist ärmer als ein Kind

Wer ist ärmer als ein Kind von Clemens von Brentano Wer ist ärmer als ein Kind,An dem Scheideweg geboren,Heut geblendet, morgen blind,Ohne Führer geht’s verloren,Wer ist ärmer, als ein Kind.Wer dies einmal je empfunden,Ist den Kindern durch das Jesuskind verbunden! Welch Geheimnis ist ein Kind,Gott ist auch ein Kind gewesen,Weil wir Gottes Kinder sind,Kam ein… Wer ist ärmer als ein Kind weiterlesen

Weihnachten

Weihnachten von Ludwig Achim von Arnim Weihnachten, ach Weihnachten,Du warst der Kinder Trost,Die noch im Schlafe lachten,Du Schlaf mir bald entflohst,Die Stunden hell mir schlagen,Wem sagenSie an den Tag so schnell,Mein Wächter ist da drüben,Er sagt mir an den Tag,In Schmerzen vorzuüben,Was hohe Lust vermag.Zur Kirch bin ich gegangen,VergangenWar mit Verzweiflung schnell,Es bleibt zurückEin sinnend… Weihnachten weiterlesen

Wintergefühl

Wintergefühl von Justinus Kerner Möchte von der Erde fliehen,Wann auf ihr nur Menschen ziehen,noch erstarrt ist Baum und Kraut:Wann der Fluß mit Eis umzogen,Wann der Vogel fortgeflogen,Schneeumwölkt die Sonne schaut. Mensch! o Mensch! kannst mir nicht geben,Was mir gibt der Berg voll Reben,Gibt der Baum von Früchten licht,Was mir gibt Gras, Kraut und Blüte,Was mir… Wintergefühl weiterlesen

Winterklage

Winterklage von Justinus Kerner Wann in lichten SommertagenLeiden dieses Herz getragen,Schlug es bald am Wiesenbach,Bald in Waldesdämmerungen,Wo die Nachtigall gesungen,Mildern Melodien nach. Jetzt in trüben Wintertagen,Ach, wer stillet seine Klagen?Nachtigall und Wiesenbach?Wiesenbach ruht eng gebunden,Nachtigall hat Tod gefunden,Singt nicht mehr die Blumen wach. Blumen auch sind rings verdorben,Mutter Erde ist gestorben,Und ihr Kind verwaist, allein.Einsam… Winterklage weiterlesen

Weisheit des Winters

Weisheit des Winters von Justinus Kerner Strenger Winter! kalter Weiser! schonest weder Kraut noch Gras!Was du nur berührst, du Frost’ger! wandelst du in starres Glas.Bunte Blüten, grüne Blätter, die der milde Sommer gab,Schlägst du, weil du’s nicht geboren, mit den harten Fäusten ab,Rufest stolz: »Ich hab‘ dem Flusse klar geführet den Beweis,Daß er gar zu… Weisheit des Winters weiterlesen

Weihnachten

Weihnachten von Joseph von Eichendorff Markt und Straßen stehn verlassen,still erleuchtet jedes Haus,sinnend geh ich durch die Gassen,alles sieht so festlich aus.An den Fenstern haben Frauenbuntes Spielzeug fromm geschmückt,tausend Kindlein stehn und schauen,sind so wundervoll beglückt.Und ich wandre aus den Mauernbis hinaus ins freie Feld,hehres Glänzen, heil’ges Schauern,wie so weit und still die Welt!Sterne hoch… Weihnachten weiterlesen